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Sehr geehrter Herr Präsident Sehr geehrte Damen und Herren
Das Thema Mittagstisch erhält eine sehr grosse Bedeutung in der Aargauischen Polit- und Familienlandschaft. Die Bedeutung wird noch grösser, ob man will oder nicht. Einerseits führt die demografische Entwicklung der Schweiz und das Bildungskleeblatt die Entwicklung der aargauischen Schulen dazu, dass Schulen zusammengelegt werden und neue Standorte entstehen. Dies betrifft vor allem die Oberstufe.
Andererseits verstärkt das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen – jedes 5. Kind ist übergewichtig und damit Diabetes gefährdet - die Wichtigkeit einer gesunden, den Kindern und Jugendlichen angepasste Ernährung.
Das Thema Mittagstisch ist also ein Thema, das unter den Nägeln brennt, nicht nur den Eltern, nein ebenso der Wirtschaft und Öffentlichkeit, also volkswirtschaftlich.
Mit der demografischen Entwicklung wird von uns verlangt werden, dass Ausgebildete im Arbeitsprozess bleiben, flexibel sind und trotzdem bereit sind, eine Familie zu gründen und die familiären Aufgaben zu übernehmen.
Dies bedingt aber unter anderem, dass die Eltern wissen, ihre Kinder sind gut betreut und werden gesund ernährt.
Zur Motion
Die Motion Mittagstisch hat zum Ziel, den Jugendlichen und deren Eltern ein Angebot bereit zu stellen, bei dem die beiden Ansprüche gesunde Ernährung und Betreuung gewährleist sind.
Der Bericht und Antrag des Stadtrates zeigt in eine andere Richtung: Die Betreuung wird im Bericht nicht erwähnt und das Mittagessen ist das, welches auf die Bedürfnisse alter Menschen und nicht Jugendlicher abgestützt ist.
Aus der Sicht der SP verwechselt der Stadtrat den Mittagstisch mit einem subventionierten Mittagsessen.
Der Kontakt zwischen den Generationen wird so wie der Stadtrat ihn beschreibt, nicht passieren. Die Jugendlichen benutzen einen anderen Eingang, haben kurz durch eine Glaswand Blickkontakt mit den Altersheim-Bewohnerinnen und Bewohnern und gehen in einen separaten Raum. Dort werden sie ihr Mittagessen erhalten. Es hat keinen sonstigen Raum zum Verweilen, keine Betreuungsperson, ausser der, welche das Essen schöpft.
Die Jugendlichen werden also nach dem Essen den Raum verlassen und um das Altersheim herum, den Spielplatz, die Schulhäuser oder auf dem Neumarktplatz sein.
Dies wird als Herumlungern bezeichnet werden und verhilft den Jugendlichen zu keinem Ruhm.
Dies alles, wenn sie denn überhaupt ins Altersheim essen kommen. Hand aufs Herz, die Zeit der Adoleszenz ist keine Zeit der Toleranz, des sich für das Alte interessieren. Die Pubertät ist die Zeit, in der Eltern schwierig sind“ heisst es sehr treffend, und ich wage zu behaupten, die Alten gehören dazu. Es ist nicht die Zeit im Leben eines Menschen, in dem sie in ein Altersheim essen gehen. Das mag für Kinder gehen. Es ist die Zeit bei den Jugendlichen, wo sie sagen, „nichts ist recht“ und „immer tüend er an mir herummotzen“. Und es ist die Zeit, in der viele Erwachsene und Alte sie erleben als „die heutige Jugend! Mit Ausrufezeichen.
Es ist aus der Sicht der SP nicht richtig, Jugendliche mit einem solchen Versuchsballon vorzuführen und sie einer solchen Situation auszusetzen. Es ist nicht richtig, mit einem solchen Versuch Geld zu sparen. Und es ist vorauszusehen, dass das Angebot nicht genutzt wird. Nach der Versuchszeit wird dann bewiesen sein, dass das Angebot keinem Bedürfnis entspricht.
Dass die Leitung des Altersheims ihre Offerte in der besten Absicht und als Beitrag für die Jugendlichen versteht, ist toll und lobenswert.
Trotzdem gehört aus der Sicht der SP zu einem Mittagstisch neben einer altersgemässen Verpflegung auch eine Betreuung und ein passendes Umfeld, das den Jugendlichen mehr als einen Raum zur Verfügung stellt.
Das Pic erfüllt diese Kriterien. Die Infrastruktur ist vorhanden. Dass die Personen, welche für das Mittagessen bis jetzt tätig waren, dies nun endlich minimal bezahlt haben wollen ist verständlich und wohl schon längst überfällig.
Verständlich auch, dass sie nicht jeden Tag so aufwändig kochen wollen. Es besteht aber doch die Möglichkeit, das Mittagessen zum Beispiel beim Altersheim, wenn sie extra für die Jugendlichen kochen, oder zum Beispiel in der Klinik Königsfelden zu beziehen. Es gibt andere, welche dieses Angebot auch wahrnehmen (Windischer Mittagstisch für Fr. 8.50).
Die SP ist der Meinung, die Motion muss noch einmal überarbeitet werden. Dabei sollen, wie in der Motion verlangt, auch die betroffenen Jugendlichen Gehör finden. Der Mittagstisch soll an immer dem gleichen Ort stattfinden, einem Ort der bereits besteht und den Bedürfnissen der Jugendlichen entgegenkommt.
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